Seminar "Die Diskurstheorie des Rechts von Jürgen Habermas"

Seminar "Die Diskurstheorie des Rechts von Jürgen Habermas "

Titel: Die Diskurstheorie des Rechts von Jürgen Habermas
Art der Veranstaltung: Seminar im Schwerpunktbereich 1 (zum Teil auch Schwerpunktbereich 6)
Dozent: Professor Dr. Diethelm Klesczewski
Zeit und Ort: n. V.
Beginn: 1. Semesterwoche
Teilnehmerkreis: Studierende ab dem 3. Semester
Vorkenntnisse: Der Besuch der Vorlesung Einführung in das Recht und die Rechtswissenschaften ist hilfreich.

Das Seminar richtet sich an Studierende ab dem 3. Semester. Auch Nebenfachstudierende sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Es können eventuell nach Absprache mit den Prüfungsämtern der jeweiligen Fakultät Credit-Points vergeben werden. Wer ein Referat ausarbeiten möchte, sollte jedoch Grundkenntnisse in Rechtsphilosophie haben.
Es besteht die Möglichkeit einen Zulassungsseminarschein oder einen Schlüsselqualifikationsschein zu erwerben.


Inhalt: Jürgen Habermas gilt als der bedeutendste deutsche Philosoph der Gegenwart. Habermas hat in stetiger Auseinandersetzung mit konkurrierenden philosophischen und soziologischen Ansätzen eine Theorie des kommunikativen Handelns entwickelt. Teil dieses Konzepts ist eine prozedurale Theorie der Normenbegründung. Aus den Regeln sinnvoller Argumentation von Menschen in der Auseinandersetzung über Geltungsansprüche ergeben sich danach auch Prinzipien, mit denen ethische Regeln hergeleitet werden können. Diese Diskursethik hat Habermas dann auch für die Rekonstruktion des Rechts und des Rechtsstaats fruchtbar gemacht. Dabei entwickelt Habermas auch in Auseinandersetzung mit empirischen Demokratietheorien und soziologischen Erkenntnissen der Zivilgesellschaft ein prozedurales Rechtsparadigma. Kern dessen ist, dass nur die Rechtsnormen legitim sind, die sich Menschen in gemeinsamer diskursiver Auseinandersetzung selbst gegeben haben.
Das Seminar will sich die zentralen Texte von Habermas durch gemeinsame Lektüre und ergänzende Referate erschließen.
Literatur: Jürgen Habermas: Theorie kommunikativen Handelns, 2 Bände, 1981, Moralbewußtsein und kommunikatives Handeln, 1983; Erläuterungen zur Diskursethik, 1991; Faktizität und Geltung, 1992.

Einschreibung: Die Veranstaltung wird wöchentlich und in einem abschließenden Block stattfinden. Die Themen werden durch gemeinsame Textlektüre o. die Referate behandelt. Einschreibung zu dem Seminar ist vor allem am Do., 30. 06. 16, 11-13 Uhr, und Do., 7. 7. 16, 9-11 Uhr, im Sekretariat (Raum 5.20) möglich. Für spätere Einschreibungen entnehmen Sie bitte die Öffnungszeiten der Lehrstuhlwebsite (https://strafrecht.jura.uni-leipzig.de). Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Soweit jemand ein Referat in den Semesterferien abfassen möchte, bitte den entsprechenden Wunsch angeben. Es wird dann ein gesonderter Termin im August festgelegt.

Mögliche Referatthemen

  1. Vergleich von Habermas' Begriff des kommunikativen Handelns mit Kants Begriff des Handelns aus Pflicht 
  2. Vergleich des Kategorischen Imperativs mit dem Universalisierungsgrundsatz in Habermas' Diskursethik 
  3. Das Lebensweltkonzept von A. Schütz 
  4. Recht und Ideologiekritik - Seminararbeit
  5. Die systemtheoretische Kritik an der Diskurstheorie - Seminararbeit
  6. Diskurstheorie des Rechtsstaates und demokratische Willensbildung - Seminararbeit
  7. Zur empirischen Begründung demokratischer Spielregeln 
  8. Zum Konzept deliberativer Politik - Seminararbeit
  9. Prozesse der Problemverarbeitung im politischen System und in der Öffentlichkeit - Seminararbeit
  10. Die diskurstheoretische Begründung des Strafrechts 
  11. Die diskurstheoretische Begründung der prozessualen Verständigung in Strafsachen
  12. Das Völkerrecht in der Diskurstheorie des Rechts von Habermas - Seminararbeit
letzte Änderung: 27.01.2017